Kurze Wiederholung: (Bild 2.6 ).
Man könnte sie auch als mittlere Standpunktachse bezeichnen, da sie den persönlichen
Standpunkt zu einem Bildkomplex angibt!
Diese hier blau-gestrichelt eingezeichnete Achse symbolisiert den mittleren Ausschlag, den
ein Bild bei der Persönlichkeit (in ihrem PP) auslösen kann. Sie verläuft durch den I. und III.
Quadranten der netzförmig markierten Handlungsspektrums.
Dabei bewegt sich symbolisch nicht das Bild, sondern immer das
Koordinatenbewertungssystem!
Das Bild ist an sich immer neutral im Zentrum zu Hause. Da jedes Bild, das erscheint, ein
polares Gegenbild hat, kann man hochrechnen, dass, wenn bei einem Menschen ein
Ausschlag in eine Richtung erfolgt (z.B. das Bild wird als annehmend-förderlich bezeichnet), das
Gegenbild in die andere Richtung ausschlägt (ablehnend-bekämpfend).
Unser Pazifist z.B. wird auf das Thema „Krieg“ heftig mit „ablehnend-bekämpfend“
reagieren, während der „Frieden“ seine volle Unterstützung auf extrem „annehmend-
fördernd“ erfährt.
Insgesamt fallen alle unendlichen Wertungsmöglichkeiten innerhalb einer Polarität
immer im Zentrum zusammen und gehen alle gleichzeitig in einer höheren Ebene auf
(Synthese MP Feld)!
Die Kreisringe im Ausschlagsfeld zeigen symbolisch den Grad des Ausschlages an. Der Weg
verläuft dabei vom Zentrum Z1 (keine Reaktion oder Wertung) hin zur Peripherie (extremster
Ausschlag mit starker einseitiger Wertung).
Jede einseitige Betrachtung eines Bildes außerhalb der Mitte bildet nur eine von unendlichen
Möglichkeiten/ Sichtweisen/ Facetten.
Lediglich vom Zentrum aus sieht man alle Positionen gleichzeitig, denn sie fallen alle im
Zentrum zusammen!
Beispiel:
In einer Malschule bringt der Lehrer eine Skulptur des Gottes Hermes aus der
Griechischen Mythologie mit und platziert sie in der Mitte des Raumes, während sich
die zwölf Schüler mit ihren Malblöcken im Kreis um die Figur positionieren!
Der Auftrag lautet nun: die Schüler sollen aus ihrem jeweiligen persönlichen
Blickwinkel die Figur malen. Sie können entweder nur ein Detail, oder den ganzen
Figurausschnitt malen. Wichtig ist, dass sie nur von ihrem Sichtplatz zeichnen dürfen.
Kein Detail mehr, als sie von ihrem Platz aus sehen können!
Das Ergebnis sind 12 verschiedene Bilder, ein und derselben Figur!
Die Figur selbst ist symbolisch die Synthese aus allen zwölf Bildern und noch aus
unendlich vielen Bildern mehr (z.B. von oben, von unten, etc.)!
Alle Bilder sind „richtig“, aber keines der Bilder gibt die komplette Figur an sich
wieder. Es sind zwölf Standpunkte, oder besser, Wahrheiten und jeder der Schüler hat,
in Maßsetzung seines Könnens und seiner Vorstellung von Wichtigkeit, seine
persönliche Sichtweise wiedergegeben!
Man könnte sagen, dass jeder der Schüler Recht hat, keiner aber absolut Recht hat. Die
Maler haben überhaupt keine Chance, absolut recht zu bekommen, weil sie nur einen
festen persönlichen Standpunkt außerhalb der Mitte einnehmen durften!
Zu streiten, wer jetzt wirklich „Recht“ hat, wird zu einer unsinnigen Handlung, weil
keiner unter diesen Bedingungen „wirklich Recht“ haben kann!
Genauso verhält es sich im alltäglichen Leben, wenn normale Menschen ihren einseitigen
Standpunkt über Politik, Wetter, die Nachbarn, ihre Gesundheit, oder was auch immer, zum
besten geben. Solange sie nur einen Standpunkt vertreten, können sie nur eine von unendlich
vielen Wahrheiten abbilden.
Über einzelne Standpunkte zu diskutieren, ist überflüssig, weil jeder Mensch von seinem
Standpunkt unter Berücksichtigung seines Wissens und seiner Erfahrung immer Recht
hat!
Viel interessanter ist es, in sich, die Synthese aller Standpunkte wachsen zu lassen, das
bedeutet zu verstehen und zu erkennen, dass jeder Mensch von seiner Position aus,
Recht hat. Die Krönung wäre dann am Ende, diese alle auch selbst noch nachvollziehen
zu können!
Der, nach Wirklichkeit suchende Mensch, kämpft und diskutiert nicht über einseitige
Standpunkte, sondern versucht sie zu verstehen, um immer näher ins Zentrum zu rutschen.
Je mehr ich gegensätzliche Meinungen nachvollziehen kann, desto näher bin ich an der Mitte
in bezug auf den Gegenstand des Streites!
Die Bestimmung des wirklichen Menschen ist nicht, seinen persönlichen
einseitigen Standpunkt oder seine Meinung bis zum letzten Blutstropfen zu
verteidigen, oder andere davon zu überzeugen bzw. zu missionieren, sondern
sich selbst durch die Sichtweisen und Standpunkte der anderen Menschen zu
bereichern und zu vervollständigen, um irgendwann ins Zentrum, in ein
Synthesenbewusstsein, aufzusteigen, oder vielleicht besser formuliert: zum
Ursprung zurückzufinden.
Darstellung von verschiedenen möglichen Standpunkten und Reaktionen der
Persönlichkeit bei einem Bildkomplex:

Was ist das?
Es ist rund. Es ist eckig. Es ist rot, blau, gelb, grün und durchsichtig. Es hat keine Farbe. Es ist
hohl. Es ist offen. Es rollt. Es steht. Es leuchtet. Es blinkt. Es ist dunkel. Es trinkt. Es tropft.
Es spritzt. Es ist klein. Es ist groß. Es ist dreckig. Es ist sauber. Es quietscht. Es brüllt. Es ist
bequem. Es ist unbequem. Es ist ein Traum von vielen. Es ist teuer. Es ist billig. Es ist
Schrott. Es ist warm. Es ist kühl. Es kann ziehen. Es hat Platz. Es ist eng. Es ist aus Gummi.
Es ist aus Metall. Es ist aus Aluminium. Es ist aus Stoff. Es ist aus Eisen. Es ist aus Glas. Es
ist aus Leder. Es ist gut. Es ist schlecht. Es ist wichtig. Es ist nötig. Es geht auch ohne.
Es ist das Auto! ☺