Reaktionsbereich innerhalb der Persönlichkeitsebene ergibt
In dem folgenden Abschnitt soll der Ablauf der Bewertungs- und Reaktionsautomatismen des
Menschen anhand der Persönlichkeitsebene veranschaulicht werden. Es wird erklärt, welche
Konsequenz eine Beurteilung mit sich zieht und wie man leicht wieder in die Ruhe kommen
kann, nachdem man durch sein Ego, über „ich will“ und „ich will nicht“, in die Unruhe
gebracht wurde.
In einer 3D Darstellung wird die Neutralitätsebene etwas vernachlässigt und wird nur mittels
eines Strahles abgebildet, der durch das Zentrum der Persönlichkeitsebene geht!
Im Vordergrund stehen die beiden Achsen, die Wertungs- und Reaktionsachse.

Zu Bild 2.6:
Hier ist eine vergrößerte symbolische Darstellung des Handlungsspektrums der
Persönlichkeit dargestellt, der sich aus dem Wertungsbereich (WP+ = annehmend und WP- =
ablehnend) und dem Reaktionsbereich (MA+ = fördernd und MA- = bekämpfend) ergibt.
In der Mitte verläuft, dreidimensional gezeichnet, die Neutralitätsebene (violett gefärbt)
durch das Zentrum, so dass symbolisch das MP Feld (Beobachter), sowie das WA Feld
(das Beobachtbare, hier vereinfacht mit „Bild“ abgekürzt) im Zentrum der Persönlichkeitsebene
angeordnet werden können!
Das Netz zwischen WP+ und MA+, sowie zwischen WP- und MA-, durch welche die
„mittlere Ausschlagsachse“ führt, stellt mittels eines Koordinatenfeldes die unendlichen
möglichen Standpunktpositionen zu einem zentralen Bildkomplex in der Mitte dar.
Ein Bild im Zentrum wird je nach Persönlichem Programm (Charakter eines Menschen)
entweder als „annehmend-fördernd“, als „ablehnend-bekämpfend“, oder als
„gleichgültig“ betrachtet.
Die Felder „annehmend-bekämpfend“ und „ablehnend-fördernd“ sind Widersprüche in
sich selbst und kommen nicht wirklich vor.
Je weiter der Ausschlag vom Zentrum weg ist, desto einseitiger und extremer ist der
Standpunkt. Der stärkste Ausschlag ist an der Peripherie des Handlungsspektrum zu
finden.
Mit diesem Aufbau kann sehr deutlich dargestellt werden, wie der menschliche Charakter
vom Grundprinzip her funktioniert:
Allgemein:
Ein Bild bzw. ein Bildkomplex (= Bild + Wissen über das Bild und alle Zusammenhänge, die mit diesem
Bild verbunden sind) erscheint in der Mitte, im Zentrum und jeder Charakter hat eine ganz
bestimmte Position, einen persönlichen Standpunkt, innerhalb der beiden Achsen zu jedem
Bildkomplex. Diese Sichtweise kann sich auch mit der Zeit und mit neuem Wissen verändern.
(Nach dem Motto: „Was interessiert mich mein Standpunkt von gestern, heute weiß ich mehr und deshalb sehe
ich es jetzt so!“)
Beispiel: Bildkomplex: „Spinat“:
1. Charakter einer jungen gesundheitsbewussten Frau:
annehmend-fördernd gesund, lecker, frisch, vitamin- und
mineralstoffreich, vegetarisch, verleiht Kraft usw.
2. Charakter eines 6 jährigen Kindes:
ablehnend-bekämpfend schleimig, grün, geschmacklos,
klebt in den Zähnen, riecht unangenehm, usw.
Jedes Bild ist polar aufgebaut! Um in Erscheinung zu treten, benötigt ein Bild (oder ein
Bildkomplex) immer gleichzeitig einen entgegengesetzten Kontrasthintergrund.
Zu einem „gesunden“ Essen beispielsweise symbolisch mit „Spinat“ dargestellt, gehört ein
„ungesundes“ Essen. Hier symbolisch mit „Pommes Frites mit Ketchup“ vertreten.
(Anmerk. d. Verf.: Bitte nicht zu sehr das Beispiel personalisieren, es dient nur zum Verdeutlichen des Prinzips
der Polarität!)
Der 1. Charakter wird daher „Pommes Frites mit Ketchup“ im selben Maße „ablehnend-
bekämpfend“ gegenüberstehen, wie er dem „Spinat“ als „annehmend-fördernd“
gegenüberstand, während der 2. Charakter dieser Ernährung „annehmend-fördernd“
eingestellt ist.
Im folgenden werden die beiden Bereiche, der Wertungsbereich und der Reaktionsbereich
kurz erklärt:
Der passive Wertungsbereich:
Der passive Wertungsbereich führt in der Verhaltensschablone von WP- nach WP+ und
berührt dabei im 90° Winkel das Zentrum, den Ort, durch den der neutrale Bilderstrom bzw.
der Informationsstrom fließt.
Jede Information wird jetzt, je nach Persönlichen Programm, mehr oder weniger bewertet.
Dabei ist die Information immer im Zentrum und die Wertungsachse verschiebt sich von
ablehnend WP- bis annehmend WP+, wobei sich geistig nur die Wertungsachse bewegt,
nicht das Bild/ die Information! Sie bleibt neutral und ist, was sie ist. Einen Film zum
Beispiel kann man auf viele Arten kritisieren, dabei bleibt der Film aber immer er selbst.
WICHTIG: Nicht das Bild ist „gut oder schlecht“, sondern das persönliche
Wertungsschema wird auf „gut oder schlecht“ justiert /eingestellt!
Beispiel: weder „Spinat“ noch „Pommes Frites“ sind gut oder schlecht, sie sind einfach
nur! Erst die persönliche Bewertung nimmt einen einseitigen Standpunkt ein und
dogmatisiert ihn möglicherweise. Die junge Frau sagt: „Spinat ist gut und Pommes sind
schlecht!“, während das 6 jährige Kind sagt: „Pommes sind gut und der Spinat ist
schlecht!“ Beide haben, unter Berücksichtigung ihres Charakters, recht!
Wobei beide Standpunkte, von einer höheren Sicht aus (dem Zentrum, der Synthese),
gleichwertig sind!
Der Wertungsbereich zeigt den Grad der (passiven) Akzeptanz an, mit dem die Bilder/
Bildkomplexe vom Menschen empfangen werden! Sie reicht dabei von extrem ablehnend
(hassen) bis extrem annehmend (begeistert und euphorisch sein).
Ein Ausschlag in diesem Bereich findet in Maßsetzung der Persönlichen Programmierung
statt (jede Persönlichkeit hat unterschiedliche Vorlieben und Abneigungen)!
Als Faustregel gilt:
Je extremer der Ausschlag bei einem Bild zu einer Seite der Wertungsachse
ist, desto stärker ist er bei der anderen Polarität des Bildes auf der anderen
Seite der Wertungsachse zu finden.
Beispiel: Je gesundheitsbewusster die junge Frau sich selbst glaubt, desto stärker wird sie auf
„Spinat“ als besonders gesunde Nahrung mit stark „annehmend“ reagieren und gleichzeitig
wird sie im selben Maße mit stark „ablehnend“ auf ungesunde Nahrung wie „Pommes Frites
mit Ketchup“ reagieren.
Wenn der Mensch zu einem Bild eine stärkere positive Resonanz in sich trägt, dann
folgt gleichzeitig daraus, dass er zum Dianegativ des Bildes eine verstärkt negative
Resonanz in sich tragen muss und sich dadurch in einen positiven und gleichzeitig
negativen Kreislauf bewegt!
Beide Zyklen laufen gleichzeitig parallel ab! Der eine bewusst im Vordergrund und der
andere unbewusst im Hintergrund. In beiden Fällen bleibt der Mensch, durch seine
Persönlichkeit und deren Vorlieben, in diesen Kreisläufen gefangen (...und täglich grüßt das
Murmeltier!)
Die junge Frau bleibt bei ihrem Spinat und das Kind bei den Pommes. Ihre Programmierung
und ihr Wissen zwingt sie immer gleich zu reagieren. Sie bleiben beide in ihren logischen
Rastern „gefangen“, bis sie entweder etwas unlogisches tun, oder sich ihr Wissen erweitert
und somit ihr Standpunkt verändert. Die junge Frau könnte z.B. sagen, dass sie früher auch
keinen Spinat mochte, heute jedoch „weiß sie ganz sicher“, wie wichtig Spinat für ihren
Körper ist!
Eine positive oder negative Resonanz, auf einzelne Bilder, führen immer zu einseitigen
Werturteilen gegenüber der gesamten Polarität. Beide Seiten sind, von der Synthese aus
betrachtet, immer gleich wichtig! Eine Seite bevorzugen, heißt automatisch die andere Seite
ablehnen!
Der Ausschlag bezüglich eines Bildes (B-) auf der einen Seite deckt sich immer mit dem
Ausschlag bezüglich des polaren Gegenbildes (B+) auf der anderen Seite, so dass unterm
Strich die Summe der Ausschläge bei beiden polaren Bildern immer „0“ ergibt und im
Zentrum zusammenfällen Formel: [(WP-)B-+(WP+)B+] = MP = 0 = [(WP+)B-+(WP-)B+]
Ein Beispiel im eigenen Geist erfahren:
• Bitte lieber Leser, überlegen Sie sich etwas, was ihnen viel Spaß macht und Sie eine
starke positive Resonanz haben (WP+). Es kann ein Ereignis, ein Zustand oder eine Sache
sein. Je extremer, desto besser!
• Gut! Stellen Sie rein gefühlsmäßig fest, wie weit ihre Freude von der Gleichgültigkeit,
dem Zentrum (MP), entfernt ist.
• Jetzt suchen Sie das Dianegativ, d.h. das polare Gegenstück zu ihrem Gedankenbild (z.B.
wenn Sie sagen, „ich bin gerne frei und ungebunden“, dann lautet das Gegenstück „ich bin unfrei, abhängig
und gebunden“) und stellen Sie fest, wie stark das Gefühl der Ablehnung (WP-) ist und wie
weit es von der Gleichgültigkeit entfernt.
Sollte Sie nicht gleich Erfolg mit der Suche nach dem Gegenstück haben, dann haben Sie
etwas Geduld, es gibt dieses Gegenstück, oder wählen Sie ein einfacheres Beispiel.
Im Zweifel ist das polare Gegenstück einfach die Tatsache, dass Sie dieses „etwas“, das
ihnen Freude bereitet, nicht mehr haben oder bekommen.
• Jetzt vergleichen Sie die beiden Gefühle (positive und negative Resonanz) miteinander.