Der Schoepfungsschluessel


Es folgen gen Ende drei kleine Geschichten, die bei ihnen, lieber Leser, das Gefühl erwecken
könnten, das ein Erleuchteter gegenüber einem normalen Menschen hat.
 
 
Eines ist noch wichtig zu wissen: 
Um sich schlau zu fühlen, braucht es immer einen Dümmeren! ☺
 
 
Wenn ich wissen möchte, wie sich das Gefühl der Überlegenheit, der Größe und Stärke
GOTTES gegenüber dem normalen Menschen anfühlt, dann kann ich durch den Vergleich,
wie ich mich diesbezüglich gegenüber einer Ameise fühle, ein bisschen Annäherung erfahren.
Das Gefühl, im Betrag, bleibt im Prinzip ähnlich, nur die Komplexität innerhalb der
Hierarchie wird gesteigert. 
 
 
Märchen, Gleichnisse und Metapher funktionieren nach dem gleichen Prinzip: sie versuchen
einen höheren, noch nicht vorstellbaren Komplex (Synthese), für den Menschen in verdaubare
Häppchen zu teilen und ihm diesen auf einer symbolischen, gleichnishaften, unteren Ebene
(Polarität) zu präsentieren, auf dass er, nicht intellektuell, aber gefühlsmäßig diesen höheren
Zustand greifen kann! 
 
 
 
Kleiner TIPP: 
Lassen Sie sich ruhig zwischen den drei Geschichten etwas Zeit und gehen Sie intensiv in
das Gefühl und die Absurditäten der Situationen hinein! 
Das kann sehr wertvoll sein. ☺☺☺☺
 
 
Das Gefühl eines Erleuchteten (Teil 1)
 
 
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in Paris vor dem Louvre auf einer Bank und bewundern in
Gedanken dieses riesige Kunstwerk mit all den Errungenschaften der menschlichen
Kreativität und Kunstfertigkeit über all die Jahrhunderte hinweg.
 
Jetzt setzt sich ein etwas älterer Herr neben Sie auf die Bank und fragt Sie nach einiger Zeit:
„Sind Sie auch so von der Natur überwältigt wie ich?“, und zeigt mit seiner Hand auf das
Louvre. „Wieso Natur? Wie meinen Sie das?“, fragen Sie. „Na ja, vor einer Woche stand hier
doch noch gar nichts!“ Sie blicken etwas verwundert, aber sind auf die Pointe des Witzes
neugierig und lassen ihn einfach weiterreden. „Wussten Sie nicht, dass wir in den letzten
Tagen schwere Unwetter und starke Erdbewegungen hier in dieser Region hatten?“, beginnt
er seine Theorie zu erläutern. „Na und? Was hat das mit dem Louvre zu tun?“ „Aber dadurch
ist doch das Louvre erst entstanden!“ „Was meinen Sie denn damit? Ich kann Ihnen nicht
folgen!“ Sie wirken schon leicht genervt von dem Typen, aber irgendwie sind Sie zu gut
erzogen, als dass Sie das Gespräch totschweigen und daher warten Sie auf seine genauere
Erklärung bezüglich dieser Aussage. 
„Nun, wissen Sie nicht, dass Gegenstände aus Molekülen bestehen, diese wiederum aus
Atomen und die „Theorie der Entstehung von komplexen Bausteinen“ besagt, dass aufgrund
von „Schüttelbewegungen“, die Atome sich zu Molekülketten formen und sich daraus, bei
einer zufälligen Verkettung, komplexere Bausteine ergeben, die wiederum irgendwann in all
den Formen enden, die Sie hier sehen können!“ Der Fremde trägt jetzt ein überlegenes
Grinsen im Gesicht, so als ob jetzt alles gesagt sei und Sie gerade von ihm über die
Entstehung des Louvre aufgeklärt wurden. 
Sie dagegen denken vielleicht an „versteckte Kamera“, oder an einen Verrückten, der gerade
auf Freigang ist, oder vielleicht haben Sie nur nicht verstanden, was er genau meint, denn er
sieht auf den ersten Blick ganz normal intelligent aus. Daher versuchen Sie erst mal, ihren
Standpunkt darzulegen: „Also, ich verstehe nicht genau, was Sie meinen mit „dem Unwetter“
und „der Entstehung des Louvre“, ich kann ihnen nur sagen, dass das Louvre seit dem 13.
Jahrhundert von den jeweiligen Königen Frankreichs gebaut und umgestaltet wurde, bis 1989
die Stahl-Glas Pyramide am Eingang als letztes großes Bauwerk von dem Architekt Pei Ieoh
Ming dazu kam. All die Kunstwerke übrigens wurden von den größten Künstler aus der
menschlichen Vergangenheit gefertigt!“ 
Damit wollen Sie es nun gut sein lassen, aber der seltsame Mensch neben ihnen gibt sich so
schnell nicht zufrieden: „Nein, nein, das stimmt nicht! Ich weiß zwar nicht was Sie da sagen,
aber dieses Gebäude mit allem darinnen, die Kunstwerke, Bilder, Skulpturen,
Computeranlagen, Kameras und auch die Glaspyramide sind durch Erderosionen und
Unwettern in der letzten Woche entstanden. Das ist wissenschaftlich fundiert! Und das ist
doch gerade das Faszinierende und Interessante an der Natur, dass durch zufälliges
„Aneinanderklatschen von Atomen“ so etwas schönes wie dieses Gebäude hier möglich ist!
Zugegeben, es ist mathematisch sehr unwahrscheinlich gewesen, aber wie Sie sehen ist es
trotzdem passiert, ein Wunder der Natur, finden Sie nicht!“ 
„Wollen Sie mich verarschen, oder meinen Sie das, was Sie gerade gesagt haben wirklich
ernst?“ Diese Frage ist die Einzige, die sich ihnen, nach soviel Dummheit, noch stellt. 
„Aber natürlich! Ich bin fest davon überzeugt! Sie nicht?“, antwortet er ohne zu zögern und
nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, ist er auch wirklich von seiner Theorie überzeugt.
 
 
Welches Gefühl haben Sie jetzt gegenüber diesem Menschen, der behauptet, dass das Louvre
in Paris innerhalb von einer Woche mit allen Kunstwerken und all der Computertechnik
durch Erderosion, Wind, Wasser und Regen, aufgrund von  „aneinanderklatschenden
Atomen“, entstanden ist?
 
 
Nur ein leichtes Schmunzeln bis überhaupt kein Gefühl, nicht war? 
Weil so eine Albernheit keine Emotionen auslösen kann, allenfalls ein „Wenn du`s glauben
willst, bitte, dein Glaube sei dein Himmelreich!“ 
Sie werden aber sicherlich nicht mit diesem Menschen ernsthaft diskutieren und versuchen
ihn zu überzeugen (was Sie nebenbei bemerkt auch gar nicht können, denn wenn ein Mensch etwas glauben
will, wird nichts und niemand ihn vom Gegenteil überzeugen können!), weil dieser Schwachsinn für Sie
nicht wirklich ein ernsthaftes Gespräch wert ist!
 
 
So ungefähr ist das Gefühl eines erwachten Menschen gegenüber einem normalen,
naturwissenschaftlich verbildeten Menschen bei der Aussage: „Die Erde mit all ihrer
Komplexität, ihren Gesetzmäßigkeiten, ihrer gegenseitigen Synergie, ihrer Harmonie und
Schönheit ist durch zufälliges „Aneinanderklatschen von Atomen“ in einer Ursuppe aus
Dreck, Wasser und möglicherweise ein paar Bakterien von einem Meteor entstanden. 
[Anmerk. d. Verf.: Glücklicherweise ist der Meteor mit den Bakterien genau in das Loch mit dieser Ursuppe
gefallen, sonst hätten wir ein (oder gar kein) Problem gehabt!] ☺
Das Wasser und der Dreck sind, nebenbei bemerkt, auch irgendwie zufällig aus dem
Urknall entstanden und keiner wagt die Frage zu stellen, „wer“ da überhaupt den Knaller
gezündet hat! ☺☺☺☺
 
 
Woher weiß denn der Samen einer bestimmten Pflanze, dass er gerade diese Form
hervorbringen muss, mit diesen Blüten und das er diese Früchte tragen wird????? *
 
( * Anmerk. d. Verf.: Wenn man sich die Pflanze natürlich träumt, dann kommt da nichts aus einem Samen,
sondern dann ist der Samen das „Wort“ und der Nährboden der „eigene Geist“, auf dem das Bild der Pflanze
entsteht! ☺ ☺ ☺)
 
Weil eine weit, weit höhere Intelligenz, diesen Samen so programmiert hat, dass aus ihm eine
Pflanze wächst, die genau diese Form und diese Funktion in der Schöpfung übernehmen darf.
Und so ist es mit allem! 
 
Welches Lebewesen kann schon von sich behaupten, dass es sich
selbst erschaffen hat? ☺
Erschafft sich das Embryo selbst? Aus eigener Kraft?
Wenn es sich nicht selbst erschaffen hat, dann bleiben da nur zwei Möglichkeiten: 
 
1. die Schöpfung entstand durch das „zufällige Aneinanderklatschen von Atomen“
2. oder die Schöpfung wurde/wird von der „höchsten Intelligenz“, nennen wir sie
GOTT, programmiert!
 
Für eine der beiden Möglichkeiten darfst du dich entscheiden! ☺
 
 
 
 

Das Gefühl eines Erleuchteten (Teil 2)
 
 
Eine kleine Fabel über Schein und Sein oder das „Gefühl für das Diesseits“:
 
Ein Zimmer in der Größe von 4 x 5 Metern ist mit einem Schreibtisch, einem Computer,
einem Stuhl, einigen Bücherregalen, einer Pflanze, einem Fenster und einem Spiegel mit 2m
Höhe und 1m Breite, der 1m unterhalb der Decke angebracht wurde, ausgestattet. 
In diesem Raum sind zwei Personen, du und noch ein scheinbar normaler aber doch etwas
seltsam scheinender Mann mittleren Alters. Wir nennen ihn einfach mal Thomas (wie der
ungläubige Thomas aus der Bibel ☺). 
Es ist wichtig, die Phantasie aufzubringen, dass Thomas wirklich existiert und ihr dieses
folgende Gespräch tatsächlich führt!
 
Du bemerkst, wie Thomas mit voller Faszination das Spiegelbild betrachtet und fragst ihn,
was er denn so besonderes sieht? „Ich wusste gar nicht, das ihr ein Diesseits in eurem
Arbeitszimmer habt!“ ist die Antwort. „Ein Diesseits? Was meinst du damit?“ 
„Schaut doch, die zwei hinter der Tür dort sehen ja aus wie wir und der Raum hat auch
verblüffende Ähnlichkeit mit diesem hier!“ „Ach, das Spiegelbild meinst du. Nein, nein, da
hinter ist nichts. Das, was du siehst, ist doch nur eine Illusion, ein Abbild von dem Raum hier.
Es gibt nur das, was hier ist, dort, hinter dem Spiegel, ist nichts!“ „Nichts!? Ihr meint der
Kerl, der aussieht wie ich hinter dieser Spiegeltür wurde nie von einer Mutter geboren?“
„Natürlich nicht!“ Du schmunzelst über so viel Naivität und Dummheit. 
„Das kann ich nicht glauben. Er scheint genauso aus Fleisch und Blut zu sein wie ich. Ich
kann es doch ganz deutlich erkennen. Er lebt nur hinter diesem Spiegel. Vielleicht macht er
das gleiche wie ich? Nur gespiegelt!“ 
„Thomas, du bist das. Das Bild was du siehst, ist nicht wirklich. Alles ist doch nur
Illusion, nur Schein. Dein Spiegelbild hat keine wirkliche Substanz. Es spiegelt dir doch
nur deinen jetzigen Standpunkt hier aus der Wirklichkeit wieder. Je nachdem, wo und
wie du dich in diesem Zimmer bewegst, oder was du machst, zeigt dir der Spiegel dein
dementsprechendes Gegenbild an!“
 „Nein, was erzählt ihr denn da?! Ich sehe doch, dass da alles hinter der Glasscheibe offenbar
liegt. Es ist ein Raum wie dieser hier. Mit Büchern, die irgendwann einmal in einer Druckerei
gedruckt wurden und die sich vorher irgendein gescheiter Mensch ausgedacht hat. Eine
Pflanze, die einmal aus einem kleinen winzigen Samen hervorgegangen ist. Ich sehe einen
Schreibtisch rechts im hinteren Teil des Raumes hinter dem Spiegel, wenn ich mich etwas zur
Seite neige. Hier wollt ihr wohl auch behaupten, dass der Tisch und der Stuhl dort nie in einer
Fabrik hergestellt wurden, sondern einfach so aus dem Nichts in diesem Raum auftauchen?!“ 
 
Du musst dir schon das herzhafte Lachen über soviel Dummheit verkneifen, aber trotzdem
versuchst du es, wie einem kleinen Kind, geduldig noch mal alles zu erklären: „Thomas, du
siehst nur eine Spiegelung der Gegenstände aus dem Raum in dem wir stehen. So perfekt und
echt die Illusion auch erscheint, nichts, was du im Spiegel siehst, hat wirklichen Bestand. Es
gibt nur das Bild JETZT im Spiegel! Alle vorigen Bilder und Formen sind, als ob sie nie
waren. Das einzig Echte ist der Spiegel. Aber den kannst du leider nicht sehen! Denn er
bildet den Hintergrund für das Bild, das du wahrnimmst, er scheint unsichtbar zu sein.
Und natürlich sind die Bücher im Spiegel nicht irgendwo gedruckt worden. Die Pflanze im
Spiegel ist auch nicht aus einem Samen erwachsen. So was albernes. Du bist doch verrückt!” 
„Ich  glaube eher ihr seit verrückt. Ich kann doch ganz deutlich eine Welt wie diese hier
sehen! Es sind Menschen, eine Pflanze, Licht, Gegenstände und auch Luft wie mir scheint,
sonst könnten die zwei hinter dem Spiegel ja gar nicht leben!“ „Wie? Du glaubst die zwei im
Spiegel atmen Luft? Das heißt du bist der Annahme, dass sie Lunge, Bronchien usw. besitzen,
mit denen sie überleben können?“ „Aber natürlich, das liegt doch auf der Hand. Ich habe
hierzu schon viel gelesen. Ich weiß genau wie das alles im menschlichen Körper abläuft,
schließlich wollte ich mal Mediziner werden! Und wenn ich eines ganz sicher weiß: Ohne
Lungen und ohne Sauerstoff kann kein Mensch überleben! Und wie ihr seht, leben die beiden
hinter dem Spiegel!“ 
In Thomas Gesicht zeichnet sich ein überlegenes Grinsen ab, so als hätte er jetzt den Punkt
gemacht. 
„Aber Thomas, das Bild, das du im Spiegel siehst, ist dein persönliches maßgeschneidertes
Spiegelbild, von deinem individuellen Standpunkt aus. Ich sehe z.B. ein ganz anderes Bild im
Spiegel als du, denn ich stehe hier. Ich kann zum Beispiel das Spiegelbild des Fensters sehen
und du nicht. Und eine dritte Person, wäre sie hier, würde wieder ein ganz eignes Spiegelbild
wahrnehmen, je nach ihrer Position! Es können unendlich viele verschiedene Bilder auf
der gleichen Spiegelfläche abgebildet werden, je nach Anzahl der Betrachter!“ 
„Was sagt ihr da? Ihr seht einen ganz anderen Raum als ich hinter dieser Tür? Wir sehen doch
beide den gleichen! Einen Raum mit Menschen und Gegenständen darin.“ 
„Ja und nein. Wie ich dir schon versucht habe zu sagen. Es gibt keinen 3D Raum hinter
diesem Spiegel. Es ist nur eine flache Scheibe, auf der dir die Illusion eines Raumes
gezeigt wird. 
Das Material des Spiegels ist eine Flüssigkeit, nämlich Glas mit einer Silberschicht auf der
Rückseite, so glattpoliert, dass das Licht ideal reflektiert wird. Du siehst eigentlich nur
Lichtreflexionen, aber keine Wirklichkeiten!“ 
 
Thomas überlegt eine Weile und sagt dann: „Ihr wollt mir also weismachen, dass alles nur
illusorisches Licht ist? Und es gar kein außerhalb bzw. hinter dem Spiegel, wie ihr die Tür
nennt, gibt? Dass das Diesseits nur ein Trugbild ist. Und die Menschen und die
Gegenstände gar nicht existieren, obwohl ich sie doch ganz deutlich wahrnehmen kann?
Dass alles ganz anders ist, als ich es glaube? Dass das, was ich wahrnehme nur Schein ist
und dass, das, was nach deiner Erzählung die Wirklichkeit ist (der Spiegel), ich nicht
wahrnehmen kann, weil es den Hintergrund für die Illusionswelt darstellt? Dass es nur ein
„Hier und Jetzt“ im Spiegel gibt und niemals eine wirklich nachhaltige Vergangenheit
existiert hat?“
 
„Ja, genau, besser hätte ich es nicht zusammenfassen können!“ 
 
Nach einem kurzen Schweigen bricht Thomas die Stille wieder:
„Also wirklich, es kommt mir schon sehr befremdlich und komisch vor, was ihr mir hier alles
über dieses Diesseits berichtet. So ganz mag ich es nicht glauben, aber vielleicht stimmt es ja,
was ihr sagt. Das Gegenteil kann ich euch nur leider im Moment nicht beweisen, aber genauso
wenig lässt sich eure Theorie beweisen. Ich denke, es wird daher wohl besser sein, wenn jeder
seinen Glauben behält, über diese andere Welt bzw. Spiegelwelt.“ 
 
„Wie du meinst Thomas. Ich wünsch dir noch viel Freude mit deinem Glauben über die
Anderswelt und solltest du mal Zweifel an der Echtheit dieser Welt haben, kannst du ja mal
wieder bei mir vorbeischauen!“ 
 
 
 
Das gleiche Gefühl, dass ihr gegenüber Thomas in euch tragt, hat ein „Erwachter“, wenn er
sich mit einem normalen Menschen über die Welt unterhält!
So fühlt sich Erleuchtung an  ☺☺☺☺
 


Das Gefühl eines Erleuchteten (Teil 3)
 
 
Stellen Sie sich vor, Sie sind in ihrem Bett, zuhause nach einem harten Alltag, eingeschlafen
und bekommen von woher auch immer das Geschenk eines „luziden Traumes“. Das ist ein
Traum, bei dem man ganz normal etwas träumt, allerdings dabei gleichzeitig 100%ige
Klarheit darüber hat, dass es wirklich nur ein Traum ist und man selbst zuhause im Bett liegt
und schläft. Man weiß, dass man träumt!
Man könnte sagen, man befindet sich symbolisch im selben Moment in zwei Welten, der
Traumwelt und der wirklichen Welt. 
Sie träumen also und wissen ganz genau, dass es nur ein Traum ist, der in ihnen, in ihrem
Geist, ähnlich einem Film, abläuft, den Sie als bewusster und erwachter Beobachter
anschauen dürfen. Sie können alles, was Sie sonst auch können, die physikalischen Gesetze
sind oberflächlich die gleichen, aber Sie können noch nicht bewusst erschaffen (z.B. „ich will
jetzt einen fliegenden Drachen sehen“)! Sie können nur im Rahmen ihrer normalen
Alltagsvorstellung erschaffen und müssen sich überraschen lassen, was ihr Geist als
nächstes austräumt!
 
Ihre Fantasie schenkt ihnen einen Sitzplatz in einem kleinen Cafe in ihrer Stadt und neben
ihnen befindet sich noch ein freier Platz. Sie genießen ihr plötzliches Traumbewusstsein und
staunen darüber, was so alles in ihnen erscheint: vor ihnen einen Kaffee etwas  Milch, genau
so wie Sie ihn mögen, Menschen, die kommen und gehen, sich unterhalten und lachen, die
Teilansichten von Häuserfassaden und eine Vielzahl an Gegenständen schmücken ihr Inneres. 
Alles findet Platz in ihrem Geist und besteht eigentlich, trotz allem Formenreichtum, in der
letzten Substanz nur aus ihrem Geist.
Plötzlich tritt ein etwas kleinerer rundlicher Mann mit Halbglatze an ihren Tisch heran und
fragt Sie, ob er sich nicht zu ihnen setzen dürfe, da ansonsten kein weiterer Stuhl in dem
kleinen Cafe frei ist. Mit einem leichten Nicken bestätigen Sie seine Anfrage und er nimmt
neben ihnen Platz.
Nach einem kurzen Schweigen beginnt nun folgendes Gespräch zwischen ihnen und dieser,
ihrer Traumfigur:
 
„Sagen Sie mal, ist die Welt nicht wunderschön!“, fragt Sie der Mann. „Ja!“ ,So kann man es
auch sagen’, denken Sie sich und schmunzeln in sich hinein. „Mein Name ist Gustav. Ich bin
in der Finanz- und Versicherungsbranche tätig. Was machen Sie denn beruflich in dieser
Welt?“ „Nichts! Ich sitze eigentlich nur so da!“ (Innerlich denken Sie sich, warum hab ich mir
nicht ein nettes, junges, attraktives Fräulein ausgeträumt, sondern so einen Finanzhai.) „Wie
,nichts’? Sind Sie arbeitslos?“ „Nein, nicht direkt!“ „Dann haben Sie wohl soviel Geld
gespart, dass Sie für den Rest ihres Lebens ein Auskommen haben?“ Sie sehen in seinen
Augen schon die leuchtende Vorstellung von einem guten Anlagegespräch über ihr
Vermögen. „Nein, nicht in dieser Welt!“ „Wie in dieser Welt? Sind Sie wohl irgend so ein
verrückter Spinner, der glaubt ein Außerirdischer zu sein?“ Sie wollen es nicht so kompliziert
machen und versuchen das Spiel mitzuspielen: „Nein. Nur jetzt habe ich kein Geld!“ „Wie Sie
haben jetzt kein Geld? Aber wovon wollen Sie denn den Kaffee bezahlen und ihre Miete und
wovon wollen Sie Leben? Man benötigt Geld zum Überleben! Es ist ein unumstößliches
Gesetz in dieser Welt!“ „Wenn du meinst!“, sagen Sie laut und insgeheim denken Sie sich, ,er
glaubt wirklich ich bin dieser Körper und muss in meinem eigenen Traum ums Überleben
kämpfen, wie witzig.’ Sie entschließen sich, ihn zu duzen, da er ja sowieso nur eine ihrer
Traumfiguren ist. 
„Wie „wenn ich meine“? Ich kenne mich in der Welt aus und weiß ganz gewiss, dass Sie ohne
Geld nicht einmal die nächste Woche überleben werden!“, sagt der ältere Herr darauf mit
 273
einem bestimmenden Gesichtsausdruck. „Die nächste Woche! Ich glaube so lange werde ich
nicht mehr hier sein und du auch nicht mehr!“ Sie schmunzeln etwas, was den Mann zu
irritieren scheint, „Ach so, Sie sind nicht von hier. Sie kommen wohl aus dem Ausland. Ihr
Deutsch ist dafür aber sehr gut. Woher kommen Sie denn?“ „Das wirst du lieber nicht wissen
wollen, denn wenn ich zu hause bin, gibt es dich nicht mehr!“ „Wie meinen Sie denn das?“
Jetzt lüften Sie langsam das Geheimnis, „Wenn ich verschwunden bin, sind auch alle anderen
Menschen, die du sehen kannst verschwunden, inklusive dir!“ 
Sie sehen, wie der Mann kreidebleich wird und wie die Angst sein kleines (nicht vorhandenes
☺) Herz überschattet „Sind Sie wohl ein Terrorist, der sich in die Luft sprengen will? So ein
Verrückter, der von der CIA oder dem Mossad engagiert wird, um für ihre „Neue-Welt-
Ordnungs“-Kiste Unruhe und Unfrieden zu stiften, um dadurch die Bevölkerung besser
kontrollieren zu können? Bitte sagen Sie, dass das nicht wahr ist!“ 
„Nein, ist es nicht. Es ist viel schlimmer für dich und alles, was du hier siehst. Wenn ich
verschwunden bin, wird gleichzeitig alles, alle Gegenstände, das Cafe, die Stühle, alle
Menschen, alles was du sehen kannst verschwinden. Es wird sich buchstäblich in Nichts
auflösen. Alles wird wieder an den Ort zurückfallen, von dem es herkam!“ (Innerlich
schmunzeln Sie, nein Sie sind schon am Lachen über diese, ihre lustige Endzeitgeschichte) 
„Glauben Sie wohl, dass Sie der Messias sind, der die Apokalypse bringen wird? So etwas
wie der zurückkehrende Menschensohn aus der Bibel, der die letzten Tage vor der
Vernichtung und dem jüngsten Gericht einläuten wird?“
„Nein!“, ist ihre spontane Antwort. Sie sehen etwas Erleichterung bei dem Mann, der Sie
schon für einen Patienten der Psychiatrie hält, der gerade Freigang hat. Das würde nebenbei
auch gut zu ihrer Aussage passen, dass Sie kein Geld besitzen. 
„Viel schlimmer! Es wird kein Gericht geben! Alles wird einfach so im Nichts
verschwinden!“, ergänzen Sie ihre Antwort. 
„Irgendwie sind Sie mir unheimlich. Ich kann Sie nicht einschätzen, obwohl ich dachte, dass
ich immer eine gute Menschenkenntnis besitzen würde. Sie machen auf mich eigentlich nicht
den Eindruck eines Verrückten und gleichzeitig sagen Sie so verrückte Sachen, die keinen
wirklichen Sinn für mich machen.“ 
„Ich glaube, ich kann dich gut verstehen! Aber mach dir nichts draus, wenn ich aufwache, ist
aller Zweifel bei dir vorbei. Es wird nicht einmal wehtun oder schmerzhaft sein. Das kann ich
dir versprechen!“ „Wenn Sie ,aufwachen’. Was bedeutet das denn? Wollen Sie sagen, Sie
träumen mich und all das um uns herum nur? So wie in dem Film „Virtual Nightmare – open
your eyes“? Dann bin ich gar keine Wirklichkeit, sondern nur eine ausgeträumte Figur in
ihrem Traum? Ist es das, was Sie glauben?“ 
„Ja, so ist es. Aber ich „glaube“ es nicht, sondern ich „weiß“ es. Nichts hier kann objektiv
wirklich sein! Alles, was du hier siehst, ist nur da, weil ich es träume. Du, mein Körper, die
Menschen um uns und alle Gegenstände sind nur mein Geist, oder meine Gedanken, mein
inneres Licht, meine Schöpferkraft oder wie man das auch immer nennen möchte! Ich komme
aus einer anderen Wirklichkeit.“ 
„Dann wären Sie so etwas wie Gott für diese Welt? Und wenn Sie erwachen, dann geschieht
die totale Vernichtung der Welt.“ 
„Wenn du das so sehen willst. Von dem, was man sich meines Wissens unter „Gott“ und
„Apokalypse“ vorstellt, könnte man das so sagen. Ich bin zwar nicht der große GOTT, aber
ein Gott für diese, meine Traumwelt.“ 
 
Jetzt merken Sie, wie ihr Wecker neben ihrem Bett klingelt und der Traum langsam zu verschwinden beginnt,
„Ich muss, jetzt aufwachen! Vielleicht erschaffe ich dich irgendwann mal wieder in einem
meiner nächsten Träume, aber leider kann ich dir nicht garantieren, dass ich mich noch an
dich erinnern werde. Also, möglicherweise bis bald!“ 
„Nein, nein, gehen Sie noch nicht, bleiben Sie doch noch ein bisschen. Ich will noch nicht
sterben! Ich bin doch noch so jun ...!“
 
... und zack, sind Sie wieder in ihrem Bett, haben den Wecker, der wie eine Atombombe eine
ganze kleine Welt vernichtet hat, abgestellt und sinnieren noch ein paar Minuten über dieses
interessante Abenteuer, den man einen luziden Traum nennt, nach... 
 
 
 
 
Versuchen Sie sich bitte zu verinnerlichen, dass Sie wirklich in einem Traum mit einer
Traumfigur dieses Gespräch geführt haben und gehen Sie in das Gefühl und die
Selbstverständlichkeit ihrer Aussagen hinein. Wie ist allein das Gefühl auf die Aussage „ich
brauche Geld zum Überleben!“ in ihrem eigenen Traum? 
 
 
 
 
 
 

Genau das ist das Gefühl, was ein Erwachter hat, wenn ihn jemand z.B. fragt,
„von was willst du leben?“ 
☺ ☺ ☺