Es folgen gen Ende drei kleine Geschichten, die bei ihnen, lieber Leser, das Gefühl erwecken
könnten, das ein Erleuchteter gegenüber einem normalen Menschen hat.
Eines ist noch wichtig zu wissen:
Um sich schlau zu fühlen, braucht es immer einen Dümmeren! ☺
Wenn ich wissen möchte, wie sich das Gefühl der Überlegenheit, der Größe und Stärke
GOTTES gegenüber dem normalen Menschen anfühlt, dann kann ich durch den Vergleich,
wie ich mich diesbezüglich gegenüber einer Ameise fühle, ein bisschen Annäherung erfahren.
Das Gefühl, im Betrag, bleibt im Prinzip ähnlich, nur die Komplexität innerhalb der
Hierarchie wird gesteigert.
Märchen, Gleichnisse und Metapher funktionieren nach dem gleichen Prinzip: sie versuchen
einen höheren, noch nicht vorstellbaren Komplex (Synthese), für den Menschen in verdaubare
Häppchen zu teilen und ihm diesen auf einer symbolischen, gleichnishaften, unteren Ebene
(Polarität) zu präsentieren, auf dass er, nicht intellektuell, aber gefühlsmäßig diesen höheren
Zustand greifen kann!
Kleiner TIPP:
Lassen Sie sich ruhig zwischen den drei Geschichten etwas Zeit und gehen Sie intensiv in
das Gefühl und die Absurditäten der Situationen hinein!
Das kann sehr wertvoll sein. ☺☺☺☺
Das Gefühl eines Erleuchteten (Teil 1)
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in Paris vor dem Louvre auf einer Bank und bewundern in
Gedanken dieses riesige Kunstwerk mit all den Errungenschaften der menschlichen
Kreativität und Kunstfertigkeit über all die Jahrhunderte hinweg.
Jetzt setzt sich ein etwas älterer Herr neben Sie auf die Bank und fragt Sie nach einiger Zeit:
„Sind Sie auch so von der Natur überwältigt wie ich?“, und zeigt mit seiner Hand auf das
Louvre. „Wieso Natur? Wie meinen Sie das?“, fragen Sie. „Na ja, vor einer Woche stand hier
doch noch gar nichts!“ Sie blicken etwas verwundert, aber sind auf die Pointe des Witzes
neugierig und lassen ihn einfach weiterreden. „Wussten Sie nicht, dass wir in den letzten
Tagen schwere Unwetter und starke Erdbewegungen hier in dieser Region hatten?“, beginnt
er seine Theorie zu erläutern. „Na und? Was hat das mit dem Louvre zu tun?“ „Aber dadurch
ist doch das Louvre erst entstanden!“ „Was meinen Sie denn damit? Ich kann Ihnen nicht
folgen!“ Sie wirken schon leicht genervt von dem Typen, aber irgendwie sind Sie zu gut
erzogen, als dass Sie das Gespräch totschweigen und daher warten Sie auf seine genauere
Erklärung bezüglich dieser Aussage.
„Nun, wissen Sie nicht, dass Gegenstände aus Molekülen bestehen, diese wiederum aus
Atomen und die „Theorie der Entstehung von komplexen Bausteinen“ besagt, dass aufgrund
von „Schüttelbewegungen“, die Atome sich zu Molekülketten formen und sich daraus, bei
einer zufälligen Verkettung, komplexere Bausteine ergeben, die wiederum irgendwann in all
den Formen enden, die Sie hier sehen können!“ Der Fremde trägt jetzt ein überlegenes
Grinsen im Gesicht, so als ob jetzt alles gesagt sei und Sie gerade von ihm über die
Entstehung des Louvre aufgeklärt wurden.
Sie dagegen denken vielleicht an „versteckte Kamera“, oder an einen Verrückten, der gerade
auf Freigang ist, oder vielleicht haben Sie nur nicht verstanden, was er genau meint, denn er
sieht auf den ersten Blick ganz normal intelligent aus. Daher versuchen Sie erst mal, ihren
Standpunkt darzulegen: „Also, ich verstehe nicht genau, was Sie meinen mit „dem Unwetter“
und „der Entstehung des Louvre“, ich kann ihnen nur sagen, dass das Louvre seit dem 13.
Jahrhundert von den jeweiligen Königen Frankreichs gebaut und umgestaltet wurde, bis 1989
die Stahl-Glas Pyramide am Eingang als letztes großes Bauwerk von dem Architekt Pei Ieoh
Ming dazu kam. All die Kunstwerke übrigens wurden von den größten Künstler aus der
menschlichen Vergangenheit gefertigt!“
Damit wollen Sie es nun gut sein lassen, aber der seltsame Mensch neben ihnen gibt sich so
schnell nicht zufrieden: „Nein, nein, das stimmt nicht! Ich weiß zwar nicht was Sie da sagen,
aber dieses Gebäude mit allem darinnen, die Kunstwerke, Bilder, Skulpturen,
Computeranlagen, Kameras und auch die Glaspyramide sind durch Erderosionen und
Unwettern in der letzten Woche entstanden. Das ist wissenschaftlich fundiert! Und das ist
doch gerade das Faszinierende und Interessante an der Natur, dass durch zufälliges
„Aneinanderklatschen von Atomen“ so etwas schönes wie dieses Gebäude hier möglich ist!
Zugegeben, es ist mathematisch sehr unwahrscheinlich gewesen, aber wie Sie sehen ist es
trotzdem passiert, ein Wunder der Natur, finden Sie nicht!“
„Wollen Sie mich verarschen, oder meinen Sie das, was Sie gerade gesagt haben wirklich
ernst?“ Diese Frage ist die Einzige, die sich ihnen, nach soviel Dummheit, noch stellt.
„Aber natürlich! Ich bin fest davon überzeugt! Sie nicht?“, antwortet er ohne zu zögern und
nach seinem Gesichtsausdruck zu urteilen, ist er auch wirklich von seiner Theorie überzeugt.
Welches Gefühl haben Sie jetzt gegenüber diesem Menschen, der behauptet, dass das Louvre
in Paris innerhalb von einer Woche mit allen Kunstwerken und all der Computertechnik
durch Erderosion, Wind, Wasser und Regen, aufgrund von „aneinanderklatschenden
Atomen“, entstanden ist?
Nur ein leichtes Schmunzeln bis überhaupt kein Gefühl, nicht war?
Weil so eine Albernheit keine Emotionen auslösen kann, allenfalls ein „Wenn du`s glauben
willst, bitte, dein Glaube sei dein Himmelreich!“
Sie werden aber sicherlich nicht mit diesem Menschen ernsthaft diskutieren und versuchen
ihn zu überzeugen (was Sie nebenbei bemerkt auch gar nicht können, denn wenn ein Mensch etwas glauben
will, wird nichts und niemand ihn vom Gegenteil überzeugen können!), weil dieser Schwachsinn für Sie
nicht wirklich ein ernsthaftes Gespräch wert ist!