Einverstandensein, obwohl man nicht einverstanden ist, das ist hier die Kunst!
Es langt, wenn der wertfreie Beobachter (ICH im MP+ Feld) mit den Dingen und
Bildern einverstanden ist.
Es muss nicht die Persönlichkeit (ich - Ego) mit jedem Ereignis, welches sie treffen
könnte, bzw. welches sie trifft, einverstanden sein.
Der höhere, wertfreie Beobachter ist sich auch bewusst, dass die Persönlichkeit mit
bestimmten Ereignissen wahrscheinlich noch Probleme hätte, wenn diese zu ihrem
jetzigen Reifegrade eintreffen würden (z.B. schwere Krankheit).
Selbst wenn der Beobachter sich bereits geöffnet hat und immer mehr versteht, dass
auch diese Ereignisse ihren Platz in der Schöpfung haben und genauso wichtig sind
wie ihr Gegenteil (z.B. die Erkenntnis: Krieg und Krankheit sind von einer höheren Position
genauso wichtig, wie Frieden und Gesundheit).
FAZIT: Die Persönlichkeit darf einseitig sein! Nur der wertfreie reine Beobachter
muss vielseitig bleiben (d.h. im Zentrum des MP+ Feldes verweilen)!
Der Beobachter schläft sofort wieder ein, wenn er in die unbewusste Einseitigkeit
abrutscht! Sprich, sich aus dem Zentrum herausbewegt, ohne sich dessen bewusst zu
sein.
Die Persönlichkeit dagegen darf ständig auf der Klaviatur der Verhaltensschablone
spielen, wie es ihr gefällt. Sie darf annehmen (WP+), ablehnen (WP-), bestimmen
(MA+) und kämpfen (MA-), denn ganz WICHTIG ist:
„Der Beobachter ist nicht die Persönlichkeit!
Er steht eine Stufe über ihr“
Verstehen löst die Angst auf:
Wirkliches und wahrhaftiges Verstehen findet immer in der ruhigen Mitte statt!
Das Ego reagiert so aggressiv, heftig und intensiv, weil es die Zusammenhänge nicht
versteht und daher Angst bekommt!
Angst ist immer ein Zeichen eines einseitigen, zukunftsorientierten Gedankens (=
Standpunkt/ Meinung)!
Im Falle der Angst, kann die Persönlichkeit (Ego) hier nur einen oder einige einseitige
Standpunkte einnehmen, die aber nicht ausreichen, die ganze Situation zu verstehen,
um wieder in die Ruhe zu kommen.
Angst wirkt wie ein großer eingebildeter Graben, der den Weg blockiert, welcher auf
die andere Seite (Feindbild) hinüberführt.
Die Bereitschaft zu verstehen und zu lieben ist der erste Schritt auf diesen Graben zu.
Der Mensch wird sehen, dass in dem Moment, wo er den Graben betreten will, dieser
sich, wie ein Trugbild, förmlich in Luft auflösen wird und den Weg zur Gegenseite
ohne Probleme freigibt. Er wird am Ende dann zu sich sagen: „Das war ja gar nicht so
schlimm!“, „Wieso hab ich so lange gebraucht!“, „Der ist aber nett!“ oder „Ach
deshalb hat er so reagiert!“
Das entzündete Ego dient der Einseitigkeit bzw. es ist der Verteidiger seines
einseitigen Standpunktes, von dem es glaubt, dieser sei der einzig Richtige!
Im Prinzip ist das Ego unschuldig, es weiß es nicht besser, daher ist auch das Wissen
über die Gegenseite für das letztendliche Verstehen so wichtig.
Durch „Verstehen“ der Gegenseite wird die Angst neutralisiert und der Weg ins
Zentrum ist frei!
Verzeihen und Verstehen:
Wirkliches Verzeihen kann erst durch das Verstehen (WP+) geschehen!
Der erste Schritt in Richtung Verstehen des aktuellen Männchens (z.B. die Gegenposition
zu meinem persönlichen Standpunkt) bedeutet, bereit zu sein, seinen einseitigen Standpunkt
zu verlassen und sich auch auf die andere Seite zu begeben.
In Wirklichkeit verzeihe ich nur mir selber, weil ich vorher lediglich meine einseitige
Sichtweise engstirnig vertreten habe und immer unbedingt recht bekommen wollte.
Verzeihen tut der Mensch nicht dem anderen, sondern wirklich verzeihen kann er
nur sich selber, indem er indirekt bereut, die Position des anderen vorher nicht
eingenommen zu haben und dies jetzt nachgeholt hat.
Verzeihen heißt Verstehen!
Es gibt allerdings eine ultimative Abkürzung ins Zentrum, von dem aus ICH jede
Einseitigkeit verzeihen und verstehen kann. Es ist das tiefe Wissen, dass ...
... jeder von seinem Standpunkt bezüglich eines Bildkomplexes unter
Berücksichtigung seines persönlichen Wissens und seiner Erfahrung immer
recht hat (wenn auch nur ein bisschen)!
Wenn ICH das sicher weiß, dann sind alle anderen Standpunkte, die wider meines
persönlichen Standpunktes sind, trotzdem richtig und als eine mögliche Sichtweise
von vielen zu verstehen. Selbst wenn „ich“ (Ego), weder emotional, noch rational
einer Sichtweise direkt Verständnis entgegenbringen kann (z.B. dem Phänomen der
sexuellen Neigung von Erwachsenen zu Kindern), weiß „ICH“ (wertfreier Beobachter) doch,
dass auch diese Phänomen seine Wichtigkeit und Daseinsberechtigung in der
gesamten Schöpfung hat!
Es gibt in meinem Geist dann keine Reibung mit anderen Sichtweisen mehr, da
ich jetzt ja weiß, dass jeder, von seiner Position betrachtet, recht hat!
Das Sprichwort „über den eigenen Schatten springen“, heißt, seine eigene
Programmierung zu durchschauen und auch mal unlogisch zu reagieren. Nicht wie das
Ego (= das Schattenprogramm im Hintergrund) es zwangsläufig vorschreibt, sondern sich
auch für die Gegenseite öffnen.
Was bedeutet „verstehen“: (ein kleiner Einblick in die Tiefe der Sprache)
Im Wort „ver-st-ehe-n“ steckt die Verbindung, die „Ehe“ von zwei Standpunkten
(These und Antithese).
Auch das „Sehen“ der beiden polaren Partner verbirgt sich in der Lautfolge diese
Wortes. (vgl. bildlich dargestellt immer die Skizze auf Seite 229)
Die Vorsilbe „ver-“ hat zwei scheinbar gegenteilige Bedeutungen: einmal kehrt es das
nachfolgende Wort in sein Gegenteil (z.B. kaufen – verkaufen, führen - verführen) um, was
bei ver-stehen symbolisch bedeutet „nicht-stehen“ bleiben, sondern sich bewegen
und auch die andere Seite sehen.
Andererseits drückt die Vorsilbe „ver-“ auch die Verstärkung des Nachfolgenden
Wortes aus (z.B. lieben - verlieben, sichern – versichern). Um auch diese Sichtweise zu
verstehen, muss man die Buchstabenbedeutung von „S“ und „T“ kennen. „S“
bedeutet, knapp und oberflächlich zusammengefasst, „Raumzeitlichkeit“ und „T“
bedeutet „Erscheinungen“. Zusammen heißt die Verbindung „ST“ „raumzeitliche
Erscheinungen“. Also alles was sich im WA Feld befindet. Jetzt kann man das Wort
„ver-st-ehen“ etwas allgemeiner gefasst auch als „das verstärkte Eingehen einer Ehe
(Verbindung) mit den raumzeitlichen Erscheinungen (das, was hier und jetzt ist)“
auslegen.
[Anmerk. d. Verf.: einen tieferen Einblick in die Wörter und Buchstaben wird möglicherweise in Band
drei gegeben.]
Das absolute Verstehen bezieht sich auf die heilige EHE (Verschmelzung) des
erwachten Beobachters (= wahrnehmender Geist im MP Feld) und der
wahrgenommenen Information (= Welt im WA Feld)!
„Verstehen beginnt mit dem Öffnen für die Andersartigkeit!“
Zwei gegenläufige Kreisläufe auf der Persönlichkeitsebene:
(Mit ein bisschen Wiederholung:)
Kreisläufe werden in letzter Konsequenz immer durch ein sichtbares (direkt über
WP- negativer Kreislauf) oder unsichtbares (indirekt über WP+ positiver Kreislauf)
Feindbild hervorgerufen!
Ein „Feindbild“ repräsentiert all das, wo der Mensch noch ablehnend (WP-) gegenüber
steht!
WICHTIG: Nicht zu verwechseln mit dem Ablehnen aufgrund des
Herausgewachsenseins aus einer Lebensphase oder einer bereits durchlebten
Erfahrung. Die Antwort eines 35 jährigen auf die Frage, ob er mit in die Disco gehen
möchte, wäre z.B. „nein, kein Interesse!“ Er hat kein Feindbild bezüglich „Disco“,
sondern selbst nur kein Interesse mehr diesen Ort zu besuchen. Er ist bereits aus dieser
Phase herausgewachsen und im Inneren in Ruhe!
Beide Kreisläufe treten immer parallel und gleichzeitig auf!
Entsteht zu einem Bildkomplex ein negativer Kreislauf, wird gleichzeitig zum
Gegenbild ein positiver Kreislauf entstehen (z.B. „ich liebe Liebesfilme, aber ich hasse
Horrorfilme!“ / „ich liebe offene große Räume, aber ich hasse kleine geschlossene Kammern“).

o Negativer Kreislauf: (Feindbild)
Wenn ein Feindbild auf dem MA+ Feld dominiert (z.B. eine Krankheit), wird der Mensch
sich automatisch unter Zwang (WP-) zurückziehen, um möglichst schnell über einen
Kampf (MA-), das Feindbild von seinem Thron zu holen und am besten zu verjagen.
Verliert er jedoch den Kampf, wandert er wahrscheinlich wieder auf das WP- Feld
zurück, wo erneut ein Spannungsanstieg wartet, der darauf drängt, sich wieder zu
entladen (MA-) usw.
Die Energie bleibt gebunden in der Form / im Thema und es findet keine Synergie
oder Auflösung statt.
Jeder negative Zyklus entzieht dem Menschen mehr Energie und schafft daher den
Nährboden für alle Krankheiten, Leiden, Disharmonien, Lasten und Schwere im
Leben.
Der Mensch wird sich immer wieder mit seinen Feindbildern konfrontiert sehen!
Bis er seine Pflicht, sie anzunehmen, einlöst.
o Positiver Kreislauf (mit Auflösoption): (Freundbild)
Positive Resonanz ist ein überzogener Ausschlag im WP+ Feld!
Ein stärkerer Ausschlag in den WP+ Bereich bezüglich eines Bildes kann zu einem
positiven Anhaften ( positiver Resonanz) führen.
Ein überschwängliches Aufnehmen des Männchens im MA+ Feld schafft erst mal viel
Synergie, die frei wird, jedoch besteht zur gleichen Zeit die parallele Gefahr, da jedes
Bild polar ist, dass die andere Seite des Bildes (Dianegativ) mit genauso starker
Ablehnung (WP-) gewertet wird. Es würde, in diesem Fall, parallel zum positiven
Kreislauf, indirekt ein negativer Kreislauf entstehen.
Bei den persönlichen Vorlieben und Lieblingsdingen ist dies jedes Mal der Fall.
Bei jeder Vorliebe wird ja schon die eine Seite vorgezogen und dadurch die andere
Seite (das Gegenteil) ins Abseits gedrängt.
Z.B. beim Verliebtsein: hier besteht große überzogene Freude in der Annahme des
geliebten Partners (WP+). Man erwünscht sich förmlich das Zusammensein und ist
dem Getrenntsein ablehnend gegenüber (WP-). In beiden Fällen ist man nicht im
Zentrum, der heiligen Mitte!
Im extremsten Fall werden die positiven Kreisläufe zu Süchten jeglicher Art
(Gewinnsucht, Spielsucht, Fresssucht, etc.), die den Menschen beherrschen, weil er
ihnen zu viel einseitige Anerkennung und Liebe entgegenbringt.
WICHTIG: Weder ein positiver noch ein negativer Kreislauf sind etwas „Schlechtes“.
Es tritt in diesen Bereichen lediglich eine Stagnation der Entwicklung ein!
Das Durchbrechen eines positiven Zyklus durch das „Schicksal“ aufgrund von
Stagnation:
„Wenn Gott dir etwas Schönes wegnimmt, dann nur, weil die Zeit gekommen ist, dir
etwas noch Schöneres zu schenken!“
Es ist ein positiver Kreislauf entstanden (aus WP+ und MA+) welcher sich immer
wiederholt, und bei dem das Männchen immer das gleiche bleibt und somit die
Synergie nur dazu benutzt wird, das Männchen am Leben zu erhalten.
Es findet keine wirkliche Entwicklung statt, sondern nur ein ständiger zwar positiver,
aber trotzdem stagnierender Kreislauf.
Löst sich das Männchen plötzlich auf (z.B. Tod oder Verlust der geliebten Sache / Menschen),
dann nur, um die große Entwicklung zum I. Quadranten hin, das Ziel eines jeden
Menschen, weiterzubringen. (siehe Bild 2.3)
Alles was geschieht, dient nur zum besten des Menschen, dem Erwachen aus dem
Schlafzustand!
Das Wachstum findet statt von der unbewussten, programmierten Persönlichkeit (II.
und IV. Quadrant) hin zum selbstbewussten erwachten Geistwesen (I. Quadrant). (Bild 1.5)
Ob positive oder negative Resonanz, beides ist formbindend und einseitig.
Beide Zyklen, der Negative und der Positive, erhalten die immer gleichen Formen /
Themen aufrecht. Aus dem Positiven Zyklus hat der Mensch jedoch die Möglichkeit,
wenn es zu langweilig wird, loszulassen und in die Gleichgültigkeit zu wechseln, oder
schon gleichgültig zu sein (er kennt das ja bereits!). Das Männchen (= das was ist) verliert an
Energie und Attraktivität und löst sich auf.
Im negativen Zyklus geht es nicht, da das Thema hier noch unerlöst ist.
Das Inter-pre-tier-en ( das innere-vor(geschaltete) tierische Programm ☺☺☺☺) ist für die
Bewertung und Bedeutung von Bildern für das Ego in Maßsetzung seines
Wissens/Glaubens verantwortlich. Diese Bedeutung für die Persönlichkeit wird in der
Regel in einem Gedanken-Gefühlskomplex (WA+) übermittelt, welcher nur sehr schwer
auf den ersten Blick zu durchschauen ist.
Das Gesetz der Gleichzeitigkeit von Kreisläufen:
Mit jedem negativen Kreislauf (WP- und MA-) zu einem Bild, entsteht gleichzeitig ein
positiver Kreislauf (WP+ und MA+) zum Gegenbild!
Das Auflösen der Kreisläufe durch Lieben und Loslassen!
Positive und negative Resonanzen auf Bilder / Themen etc., lassen diese immer wieder in
Erscheinung treten.
Um die negativen Kreisläufe aufzulösen, muss der Mensch „lieben“,
um die positiven Kreisläufe aufzulösen, muss der Mensch loslassen.
Wenn er zu beidem nicht in der Lage ist, dann hilft ihm, als letzter Ausweg, nur noch der
wertfreie Beobachter im MP+ Feld.
Von hier beobachtet er wertfrei die ständigen Kreisläufe und Handlungsmuster seiner
Persönlichkeit (Kampf – Frust – Hader – etc.) und wartet geduldig, bis sein Ego ebenfalls die
Zusammenhänge versteht (man könnte auch sagen, bis es vom Kopf ins Herz rutscht).
Wichtig hierbei ist, dass der Beobachter nicht mit sich selbst (der Persönlichkeit) hadert,
sondern seine Rolle weiterspielt und sich nur liebevoll beobachtet!
Durch das wertfreie Beobachten kommt Ruhe in die Persönlichkeit. Aus dieser Ruhe
heraus wird sich auch langsam das gereizte und entzündetet Ego beruhigen und
irgendwann lieben und loslassen! ☺
Es gilt:
Liebe löst alles auf! – Liebe löst die Form in Energie auf
Wille bindet! – das Wollen bindet Energie in Form!